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Beveringen


2016-1

Beveringen Beveringen


Falkenhagen


Falkenhagen

500 Jahre Kirchen – Bau – Geschichte – Falkenhagen

Nimmt man besagte 500 Jahre ins Visier, kommt mir der durchaus neckische Spruch in den Sinn: „Wir bauen auf und reißen nieder und haben Arbeit immer wieder“….. Schauen wir also zurück. Einige Eckpunkte zur Kirchegeschichte Falkenhagens seien hier erwähnt.

Um 1500 wird die Kirche in Falkenhagen errichtet. Das Pfarrhaus wird 1545 urkundlich erwähnt. 1981 wird das marode, baupolizeilich gesperrte Pfarrhaus abgerissen. Zuvor wurde 1971 unter Pfarrer Ulrich Schlabach ein neues Pfarrhaus gebaut.

Die Lage der Bevölkerung im Mittelalter ist als ärmlich einzustufen. Bei der Generalvisitation 1558 wird beklagt, dass die Bauern schon 10 Jahre lang keine Pacht an die Pfarre zahlen konnten. Die berühmten Wallfahrtsorte Wilsnack und Heiligengrabe zogen die Pilger an sich. Immerhin sind einige Pilgerzeichen auf der reich verzierten Bronzeglocke von 1487 „hängen geblieben“! Für Abendmahlsgerät und Altarleuchter wurde preiswerterer Zinn verwendet. Die katastrophale Lage verschärfte sich durch die Pest und den 30jährigen Krieg (16181648).“ Der Landreiter“ notierte 1652: „ Es seien nur 5 Personen gezählt worden!!, Viele Hofstellen sind wüst.“ Vor diesem Hintergrund lassen sich kaum Gebäude erhalten.

In der uns zugänglichen ältesten Kirchenrechnung von 1715 notiert Pfarrer Mauritius Pfannenstiel kurz und knapp: „Die Kirche ist baufällig.“ Amtsnachfolger Pfarrer Johannes Merian beklagt: „Eigentlich hätte er ein Witwenhaus bauen sollen, doch Kirche, Turm, Küsterhaus, Pfarrscheune und Kirchhofsmauer beanspruchen die ohnehin kärglichen Finanzen.“ Also, es geht nicht.

1846 liest man über den Kirchturm: „Sowohl das Innere, als auch das Äußere ist in keinem guten baulichen Stand, bedarf vielmehr einer gründlichen Reparatur.“ Trotzdem wird 1888 erstaunlicherweise eine Orgel angeschafft. Das bauliche Gutachten von 1900 bescheinigt, dass das Turmdach gänzlich schadhaft sei, empfohlen wird ein Neubau. Also Abriss und eine neue Turmspitze mit Dachreiter. Obwohl das königliche Konsistorium und die damalige Patronin Frl. von Lowtzow aus Gerdshagen dagegen votieren – viel zu kostspielig für eine 450 Seelen zählende LandGemeinde – setzt sich die Kirchengemeinde darüber hinweg und lässt sich durch Zimmermeister Böckmann aus Pritzwalk 1901/02 den Umbau in der heutigen Form durchführen. Um die veranschlagten 10.500 Reichsmark aufzutreiben, werden sämtliche Wertpapiere veräußert und man baut „billig“. Wie sich in einem Gutachten von 1969 herausstellt, sogar fachwidrig mit gravierenden Konstruktionsfehlern. Pflanzenbewuchs, Risse und Ausbauchungen im gesamten Turmbereich sind sichtbare Folgeschäden.

1971 und 1975 werden durch Pfarrer U.Schlabach umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. 1988 erfolgt die Neueindeckung des Kirchturmes mit Kupferblech.

1988 die Errichtung einer Stützmauer am Turm.

1990 wurde das Kirchdach neu eingedeckt. 1996 erfolgte der Abriss der alten Pfarrscheune und der Neubau des Gemeindezentrums.

1997 wurde der Ostgiebel restauriert.

Und nun? Reparatur des Turmes und… Ach ja, wir bauen auf und reißen nieder und haben Arbeit immer wieder...

U.Preuß, K.Kurtz

Falkenhagen
Falkenhagen
Falkenhagen Falkenhagen Falkenhagen


Gerdshagen


Gerdshagen

Gerdshagen

Das Dorf wie wir es heute kennen, hat sich aus einem Rittergut heraus entwickelt. Später wurde es verlassen und verfiel, was sich durch Raubrittertum und den dreißigjährigen Krieg erklären lässt. Gerdshagen ist der markgräflichen Terra Pritzwalk und dem Haus Meyenburg zugelegt und gehörte zum Herrschaftsbereich derer von Rohr, später den Quitzows und wieder den von Rohrs.

Ende des 16 Jh., um 1592, wird in Gerdshagen ein selbständiger Gutshof mit Vorwerk, Schäferei und Hirtenhaus eingerichtet, der auf der vorher wüsten Feldmark entstand. Nicht angegeben ist, dass ungefähr seit 1715 eine Kapelle oder Kirche mit Kirchhof in Gerdshagen vorhanden gewesen sein muss. Aus einem Kirchenbuch geht hervor, dass im Ort Beisetzungen stattfanden. Mit Ausgang des 18 Jh. verfällt die Kirche oder Kapelle, der sonntägliche Gottesdienst hört auf.

1795 werden Gerdshagen und Neu Giesenhagen in Preddöhl eingekircht. Es wird nie wieder eine Kirche oder Kapelle gebaut.

Zu Beginn des 19 Jh. steckt die Landwirtschaft in einer großen Krise. Die Güter sind überschuldet und werden verkauft. Die Ära der Herrschaft derer von Rohr endet, das Gut geht an die Familie von Treuenfels. Diese veräußert es 1905 an die Landesbank Berlin und wird nach fast zwei Jahren in ihrem Besitz an den Ober-Generalarzt Dr. Stechow verkauft.

Mit Beginn der Industrialisierung in der kaiserlichen Gründerzeit verändert sich auch das Gut Gerdshagen. Es entstehen eine Brennerei, heute Ruine, und ein Speicher. An dieser Stelle hat wohl einmal die Kirche oder Kapelle gestanden.

Im 1. und 2. Weltkrieg hat Gerdshagen, wie viele andere Gemeinden, seine Opfer zu beklagen.

Mit der Bodenreform im Herbst 1945 wird der Gutsbesitzer enteignet. 905 ha Land werden aufgeteilt und an 93 Neusiedler vergeben. Der Neuanfang ist schwer, die Siedler sind teilweise überfordert. Hinzu kommt das jährliche Abgabesoll - wer Rückstände hat, muss mit Repressalien rechnen. Die ersten LPGen werden gegründet, der Sozialismus hält Einzug – man richtet sich ein. Die landwirtschaftlichen Betriebsstrukturen verändern sich und der Ort wächst. Neue Häuser und Neubauten werden gebaut. 1984 bekommt Gerdshagen eine neue Schule.

Auch die Zeit der Wende hat das einstige Rittergut überlebt und ist zu einem modernen Dorf gewachsen. Die großen landwirtschaftlichen Nutzflächen gehören heute der Agrargenossenschaft. Viele unterschiedliche Gewerbebetriebe haben sich angesiedelt. Die Gottesdienste finden heute im Gemeindehaus statt.

Artikel: C. Langerwisch, Fotos: H. Frehoff

Gerdshagen Falkenhagen
Gerdshagen
Gerdshagen


Giesensdorf


 
Giesensdorf

Geschichte der Dorfkirche in Giesensdorf

Die Dorfkirche wurde Ende des 15.Jahrhunderts zusammen mit dem Kirchturm erbaut.

Die im Jahre 2011 durchgeführten Holzuntersuchungen des alten Bauholzes im Zusammenhang mit der Erneuerung des Turmdachstuhles bestätigen, dass der Bau um 1483 erfolgte. Der barocke Kanzelaltar wurde um 1700 eingebaut. Er wurde vom Schnitzer Schmidt aus Havelberg gefertigt. Die Wände des Kirchenschiffes waren vollständig bemalt. Um 1844 gab es an der Kirche umfangreiche bauliche Veränderungen. Im Kirchenschiff wurde eine Holzbalkenflachdecke eingebaut, die kleinen Fenster durch größere ersetzt und Emporen und ein festes Gestühl eingebaut. Das Kirchenschiff wurde neu ausgemalt. Den Kircheneingang hat man von der Südseite des Kirchenschiffes zur Westseite des Kirchturmes verlegt.

1862 wurde die neugotische Orgel eingebaut.

Im Jahre 1901 erhielt der Innenraum des Kirchenschiffes einen neuen Kalkanstrich.

1952 wurde das Dach des Kirchenschiffes erneuert.

1953 wurden 6 neue Fensterflügel eingesetzt.

1955 wurde eine Empore an der Südseite entfernt. Es erfolgte eine neue Ausmalung der Kirche.

Durch einen Blitzschlag im Kirchturm Ende der sechsziger Jahre musste der Dachreiter des Turmes abgebaut werden. Der Einbau einer Elektroheizung machte die Kirche im Winter beheizbar. Durch eine Spende konnte ein elektronisches Läutwerk eingebaut werden. Die defekte Orgel wurde durch ein Harmonium und später durch eine elektronische Orgel ersetzt. Von 2004 bis zum Jahr 2012 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche. Das Dach wurde neu eingedeckt und die Kirchenfenster erneuert. Die farbliche Neugestaltung des Kircheninnenraumes wurde nach Auflagen der Denkmalbehörde mit den Farbtönen aus dem Jahre 1844 vorgenommen, ausgenommen davon war der Kanzelaltar. Die Freilegung der ersten figürlichen Ausmalung aus dem 15. Jahrhundert ist noch an der Westseite der Kirche erkennbar.

Ein großes Ereignis für alle Giesensdorfer Bewohner war die Turmsanierung und die Erneuerung der Kirchturmspitze nach über 40 Jahren. An einem herrlichen sommerlichen Sonntagnachmittag 2012 feierten die Giesensdorfer mit ihren Gästen diesen besonderen Höhepunkt mit einem Gottesdienst und einer Kaffeetafel.

Brigitta Schmidtchen



Groß Pankow


Groß Pankow

Die Kirche Groß Pankow

Das Rittergut Groß Pankow gehörte der Familie Edle Gans zu Putlitz. Namensgeber ist das Flüsschen die Panke, es kommt aus dem Slawischen und heißt übersetzt Knospe. Groß Pankow hat etwa 550 Einwohner.

Die heutige ev. Dorfkirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus Feldsteinen gebaut. Auf der Westseite befindet sich der freistehende Glockenturm aus Holz, er ist aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 1686 wurde die Kirche umgebaut, es kam die Fachwerkvorhalle im Süden der Kirche hinzu. Diese diente al Leichenhalle und als Sakristei.

Im Kirchenschiff befinden sich ein barocker Kanzelaltar und ein bemalter Taufstein. Die Silberne Taufschale wurde 1888 von Emma Edle Herrin zu Putlitz gespendet.

Die Orgel ist eine Wilhelm-Sauer-Orgel aus dem Jahre 1768 ***, die uns durch fast jeden Gottesdienst begleitet.

Im Jahr 1950 wurde das Kirchenschiff geteilt und im hinteren Teil entstand ein Gemeinderaum, der als Winterkirche dient sowie auch für unsere Treffen der Frauenhilfe.

"Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf das alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." Dieser Schriftzug schmückt die Empore, die 1911 - 1912 gebaut wurde. Die ev. Frauehilfe besteht seit über 100 Jahren. Sie wurde von einer Diakonissin als eigenständiger Verein gegründet und zu DDR-Zeiten der Kirche angeschlossen. Die Mitglieder halfen jungen Frauen im Alltag zurechtzukommen, lehrten sie zu kochen, backen, Handarbeiten zu erledigen und begleiteten die Wöchnerinnen. Die Frauen übernahmen auch so manche Arbeiten der Männer, da diese im Krieg waren. Noch heute besteht der Frauenkreis aus 8 Frauen. Wir treffen uns regelmäßig jeden 2. Dienstag im Monat.

1963 ist der Glockenturm gegen die Kirche gefallen, die Männer von dem damaligen Sägewerk haben ihm ein neues Fundament gegeben, und so steht er heute noch. 2015 hat der Gemeindekirchenrat veranlasst, daß der Glockenturm neue Sturmbretter bekommt.

Mein Vater, Martin Wagner, war 40 Jahre lang Kirchendiener, dann hat er das Amt an meinen Mann übergeben und nun ist auch unser Sohn Mitglied im GKR. Ich hoffe, daß wieder mehr junge Leute zur Kirche finden und uns unterstützen. Unsere Kirche ist außen wie innen ein Schmuckstück und immer einen Besuch wert.

Gabriele Schönfeld

Bilder: Kerstin Kurtz

*** Der Orgelprospekt stammt möglicherweise aus dem Jahre 1768. Die Orgel selbst hat aber solche innere Besonderheiten, daß ihre Entstehungszeit kaum vor 1850 sein könnte, eher aber zwischen 1880 und 1890. Disposition ist ähnlich wie bei der Sauer-Orgel in Kuhbier (aus dem Jahre 1885).

Kantor Maxim Burtsev.

Groß Pankow Groß Pankow
Groß Pankow
Groß Pankow


Kuhbier


Kuhbier

Kuhbier

Die Kirche in Kuhbier

Kuhbier befindet sich etwa 6km westlich von Pritzwalk. Der Ort wurde 1304/1312 erstmals schriftlich erwähnt. Im Jahr 1476 wurde die Kirche, sie befindet sich etwa in der Ortsmitte, errichtet. Bis zum Jahr 1818 gehörte sie zum Domstift Havelberg. 1853 wurde die Kirche umgebaut und vergrößert. In dieser Form finden wir sie noch heute vor. Der Ostgiebel der Kirche und die Glocken sind uns aus dem 15. Jahrhundert erhalten geblieben. Beeindruckende Reliefs schmücken die große Glocke, die Kleinere ist durch eine Inschrift verziert. Die kleine Glocke wurde im II. Weltkrieg ausgebaut, sie sollte zu Munition bzw. zu Waffen umgegossen werden. Dieses Schicksal blieb ihr erspart, sie wurde 1945 wiedergefunden und an ihren alten Standort zurückgebracht.

1857 erhielt die Kirche eine Turmuhr und 1885 wurde eine Orgel der Firma SAUER aus Frankfurt/Oder eingebaut. Diese „Sauerorgel“ ist das kleinste Modell, welches die Firma Sauer bis dahin baute. Um- und Einbauten der Kirche wurden über Abgaben und Spenden der ortsansässigen Bauern finanziert. Sie mussten Abgaben an die Kirche leisten.

Eine wunderschöne barocke Kanzel schmückt den Innenraum der Kirche. Bei Sanierungsarbeiten in den 1960iger Jahren wurde diese komplett mit grauer Farbe übermalt. Erst die Restauration unter fachkundiger Anleitung einer Restauratorin und durch die Jugendbauhütte brachte die schmucke Farbgestaltung, vor allen Dingen die der Putten, wieder zum Vorschein. Auch die wertvolle Orgel wurde vor einigen Jahren umfassend Instand gesetzt. Initiatorin war hierbei Frau von Krepl. Durch ihr unermüdliches Wirken konnten insgesamt über 6000 Euro durch Konzerte, Lesungen und Ausstellungen für die Sanierung der Orgel gesammelt werden.

Heute fristet die Kirche ein eher trauriges Dasein. Im Jahr 2016 wurden keine Gottesdienste in der Kirche abgehalten. Eine weitere Nutzung der Kirche, auch als kultureller Treffpunkt, für Ausstellungen, Konzerte und Lesungen wäre wünschenswert. Wichtig dafür ist aber die weitere Sanierung der schönen Kuhbierer Dorfkirche, um sie zu erhalten und zu einem lebendigen Treffpunkt der Dorfgemeinde werden zu lassen.

Fotos und Text: K. Kurtz

Kuhbier
Kuhbier
Kuhbier


Kuhsdorf


 
Kuhsdorf  


Preddöhl


Preddöhl

Das Dorf Preddöhl

Preddöhl wurde im Jahre 1325 erstmals als „Prudele oder Pridölle“ urkundlich erwähnt. Der aus dem Slawischen stammende Name beschreibt einen am Tal liegenden Ort. Tatsächlich liegt das Dorf am Rand der Kümmernitzniederung.

Die heutige Gemeinde entstand am 31. Dezember 2001 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden. Zur Gemeinde Kümmernitztal gehören der Ortsteil Preddöhl mit dem bewohnten Gemeindeteil Felsenhagen und die Ortsteile Grabow und Buckow. Mit ihren 368 Einwohnern ist Kümmernitztal die kleinste selbständige Gemeinde des Landes Brandenburg.

Wehrkirche Preddöhl

In Preddöhl befindet sich eine Wehrkirche. Wann die Wehrkirche in Preddöhl genau errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Die Kirche ist aus gespaltenen Feldsteinen erbaut. Die nicht mehr ganz so sorgfältige Mauerwerksausführung deutet auf eine Errichtung der Kirche zum Ende des 13. oder in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts hin. Ins späte Mittelalter gehört die Erhöhung des Westturms samt Glockengeschoss. Auf die verlängerte Halbkreisapsis ist in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein achteckiger Aufbau mit Giebel gesetzt worden. 1840 erfolgte dann die neogotische Umgestaltung, bei der das Gesims verändert, die Fenster vergrößert, der Giebel über der Apsis errichtet und der Innenraum einheitlich neu gestaltet wurden. Im Innern haben sich noch spätmittelalterliche Schnitzfiguren am dortigen Kanzelaltar erhalten: Eine Mutter Gottes, flankiert von zwei Heiligen sowie fünf weitere Figuren an den Seiten der Kanzel stammen aus dem 3.Viertel des 15. Jahrhunderts. Der Zugang erfolgt heute über ein im Original erhaltenes dreistufiges Spitzbogenportal im Westen. Die Glocken wurden teilweise im I. und II. Weltkrieg als Rohstoffversorgung sowie zu Herstellung von Munition geopfert. In den fünfziger Jahren erhielt der Glockenturm aus Landesmitteln zwei neue Eisenglocken.

Gab es wirklich Geheimgänge?

Im Dorf halten sich Gerüchte, wonach unter der Kirche Geheimgänge liegen sollen. Wenn die Wehrkirche hier belagert wurde, war es danach den Bauern möglich, sich mit allem zu versorgen, was sie zum Leben brauchten. So steht es in einer Kirchenchronik. In drei verschiedenen Richtungen sollten unter dem Gemäuer Gänge verlaufen sein. Einen Einstieg gab es in der südlichen Turmmauer – auf dem ersten Podest. Das Mauerwerk zeigt deutlich, dass hier eine Öffnung in der doppelten Wand zugemauert wurde. Ein Teil des Einstiegs ist wieder aufgebrochen worden; dort geht es fünf, sechs Meter nach unten. Laut Erinnerungen von Hannelore Walter, lag der Einstieg jedoch gleich rechts neben dem Haupteingang zur Kirche. Ein Lattenrost war davor. Wenn Gottesdienst war oder die Glocken geläutet wurden, ist sie heimlich hineingegangen, erinnert sie sich. Das sei natürlich verboten gewesen. Der Vorraum sah wie ein Keller aus, dann kam ein Gang, der voll mit Steinen und Geröll lag. Später wurde der Kellergang aus Sicherheitsgründen zugemauert. Die weiterführenden Tunnel waren wohl so groß, dass die Bauern sogar mit Vieh und Wagen hinein gefahren sind. Lehrer Lehwald habe erzählt, dass einer der Gänge in einem kleinen Wäldchen hinter dem Preddöhler Stausee endete, dem Bornberg. Dort sollen die Leute Holz geholt haben. Ein zweiter Gang habe zur Kümmernitz geführt, ein dritter habe im Ort selbst seinen Ausgang gehabt.

Sanierungsarbeiten

In Aufzeichnungen über „Geschichtliches in der Prignitz“ verweist der Autor, Herr von Opalinsky, darauf, dass die Kirche bereits 1581 baufällig war. In den Jahren 1799 und 1859 habe es den Aufzeichnungen nach größere Kirchenrenovierungen und Turmreparaturen gegeben. Um 1859 sei auch der Chor neu gebaut worden. Eine große Sanierung gab es 1995/96. In den Monaten von März bis September 2006 haben umfangreiche Baumaßnahmen am Turm der Kirche Preddöhls stattgefunden, deren Abschluss mit einem Dankgottesdienst gefeiert wurde. Bereits vor einigen Jahren mussten am Gotteshaus in dem Kümmernitztaler Ortsteil starke Schäden am Turm und am Turmdach festgestellt werden. Doch bereits unter Leitung des Falkenhagener Pfarrers, Ulrich Preuß, und später durch den Vakanzverwalter, Pfarrer Volkhard Spitzner, haben die Mitglieder der Gemeindekirchenräte gemeinsam alle Anstrengungen unternommen, die finanziellen Mittel für die Sanierung des Preddöhler Kirchturms zusammen zu bekommen. Insgesamt waren nun etwa 180 000 Euro für die Sanierungsarbeiten erforderlich. Die Summe konnte letztlich durch einen Finanzierungsmix aufgebracht werden.

Dank gilt daher den Gemeindegliedern Preddöhls, dem Land Brandenburg, dem Landkreis Prignitz, der Landeskirche BerlinBrandenburgSchlesische Oberlausitz und dem Kirchenkreis Havelberg Pritzwalk für die Bereitstellung von Fördermitteln. Letztlich wurde das gesamte Dach des Turmes neu mit Schieferplatten eingedeckt.

Text: Fr. Chr. Reichert

Fotos: Frau K.Kurtz

Preddöhl Preddöhl
Preddöhl
Preddöhl


Rapshagen


Rapshagen

Die Kirche Rapshagen

Rapshagen – relativ unauffällig fügt sich das kleine Kirchlein ohne Turm in den Reigen der Dorfbebauung ein. 1158 ist es ein Kirchdorf mit Pfarrstätte. Aus diesem Jahr stammt der erste Bau der Kirche. Gebaut wurde auf Feldsteinfundament mit Schilf, Lehm und Holz. Im Jahr 1590 erhielt die Kirche eine Bronzeglocke. Durch den 30jährigen Krieg wurde das Land völlig entvölkert. Die Pest tat ihr Übriges. In Rapshagen wurden zu diesem Zeitpunkt noch 2 Personen gezählt.

Um 1820 errichtete man die Kirche als Fachwerkbau mit Ziegelausfachung und Satteldach, nachdem sie zuvor als Schafstall zweckentfremdet wurde. Diese Bauart ist auch heute noch gut zu erkennen. Die West und Nordseite der Kirche wurden wahrscheinlich Anfang des 20. Jahrhunderts durch Massivbauweise ersetzt. Im Inneren der Kirche befinden sich gut sichtbare Originalinschriften aus dem Jahre 1820.

Bis zum Bau einer eigenständigen Friedhofshalle im Jahr 1967 wurde die Kirche auch als solche genutzt. Um den Verfall der Kirche in Rapshagen zu verhindern, initiierte Pfarrer U. Preuß 1981 oder 1982 eine Aktion , um gemeinsam mit vielen fleißigen ehrenamtlichen Helfern das Kirchendach zu retten. Nach dem Motto von Herrn Mücke: „ Bist du Gottes Sohn, dann hilf dir selber“ konnte mit viel Eigenengagement der Verfall der Kirche verhindert werden.

Bis zum heutigen Tag gehört die Kirche zum Klostergut Heiligengrabe. Auch wenn die kleine Kirche in Rapshagen selten genutzt wird, ist sie doch ein Schmuckstück und steht seit 2007 unter Denkmalschutz. Immer noch fehlen Gelder zur weiteren Sanierung, um den Erhalt zu sichern. Mit viel Liebe zu ihrer Kirche wird sie von Familie Mücke, besonders von Frau Mücke, gepflegt. Frische Blumen im Kircheninneren und auf dem Altar vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit. Die Stille in der Kirche lässt einen zu innerer Einkehr kommen. Ein Besuch lohnt sich!

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für das nette Gespräch mit Familie Mücke, das sie mit mir zu der Kirchengeschichte führten, bedanken. Gerne hätte ich das Schreiben des Artikels Familie Mücke überlassen. Auf ausdrücklichen Wunsch von Familie Mücke wurde der Artikel von mir geschrieben. Sollten Personen, die an der Sanierung und der Pflege der Kirche Anteil haben, von mir nicht erwähnt worden sein, bitte ich hiermit um Verzeihung. Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

(Quellen: Flyer über die Rapshagener Kirchengeschichte, Heft „675 Jahre Gerdshagen und Rapshagen“, ein Kaffeetrinken mit guten Gesprächen bei Familie Mücke)

Bild / Text: Kerstin Kurtz

Rapshagen
Rapshagen
Rapshagen
Rapshagen
Rapshagen


Schönhagen


 
Schönhagen  


Steffenshagen


Steffenshagen

Die Dorfkirche in Steffenshagen

Sonnabend, 2. Juni 1917. In Europa wütet der Krieg. An den Fronten im Westen und im Osten haben in den erbitterten Grabenkämpfen inzwischen Millionen von Soldaten ihr Leben verloren. Und in der Heimat fragt man sich, wie viele Opfer dieser Krieg noch fordern wird? Auch in Steffenshagen sind derweil 8 Opfer zu beklagen. Die Steffenshagener betrauern ihre gefallenen Ehemänner, Väter, Söhne. Und wie vielerorts im Deutschen Kaiserreich sehnen sich auch hier die Menschen nach Frieden.

Da passiert es. Am Nachmittag zieht ein starkes Gewitter auf, das nach den heißen Tagen im Mai den langersehnten Regen und Abkühlung zu bringen verspricht. Kurz nach 8 Uhr jedoch schlägt ein Blitz in die Spitze des Dachreiters auf der Steffenshagener Kirche ein. Trotz strömenden Regens breitet sich binnen kürzester Zeit im Dachstuhl der Kirche ein Feuer aus, und die wenigen, eiligst herbeigerufenen Rettungskräfte stehen mit ihrer spärlichen Ausrüstung dem Flammeninferno machtlos gegenüber, als das Feuer bereits auf das Kircheninnere übergegriffen hat. Es mangelt an erfahrenen Feuerwehrleuten. Wenn diese überhaupt noch am Leben sind, dann in den Schützengräben an der Front.

Gegen zwei Uhr morgens ist bis auf die mittelalterlichen Feldsteinmauern alles heruntergebrannt.

Die älteren Steffenshagener erinnern sich an den April 1859. Damals war ihre Kirche schon einmal, ebenfalls durch Blitzschlag, einem Brand zum Opfer gefallen, und auch damals waren nur die Außenmauern erhalten geblieben. Ein Jahr brauchte es, bis das neue Gotteshaus wieder eingeweiht werden konnte. Jetzt, im Jahre 1917, sind die Lebensverhältnisse aber andere, als dass ein zügiger Wiederaufbau der Kirche überhaupt in Betracht käme. Und doch treffen trotz dieser Katastrophe bereits am 22. Juni in Anwesenheit des Kirchenpatrons Klotz aus Streckenthin, des amtierenden Pfarrers Ramdohr aus Schönhagen, der Kirchenälteste Pöhls, die Kirchenvorstände Krafack und Fürböter sowie der Gemeindevorsteher Müller zu einer beratenden Sitzung zusammen. Eingeladen haben sie Dr. Ing. Curt Steinberg aus Berlin, Leiter des kirchlichen Bauamtes im Evangelischen Konsistorium der Mark Brandenburg. Verhandelt wird der mögliche Wiederaufbau der Dorfkirche und die zu erwartenden Kosten. Bereits vierzehn Tage später trifft man sich erneut. Curt Steinberg hat inzwischen genauere Kostenberechnungen aufgestellt; Summen werden genannt und auch die Patronatsbeiträge verhandelt. Die zu erwartende Versicherungssumme wird zur Deckung der Kosten für den Wiederaufbau aber bei weitem nicht ausreichen. Und so beginnt trotz der Notzeit im letzten Kriegsjahr und in den ersten Nachkriegsjahren der mühsame und sich in die Länge ziehende Prozess der Antragstellungen auf Fördermittel, auf Zuschüsse und die Aufstockung der Eigenmittel durch Spendenaufrufe. 1920 ist die Finanzierung gesichert, sodass mit dem Wiederaufbau der Kirche begonnen werden kann
Nach Vorgabe des Bauherrn soll die Kirche diesmal einen massiven Turm aus Stein erhalten.

Wegen der sehr dicht am Grundstück vorbeiführenden Straße und den angrenzenden Nachbargrundstücken hätte ein Turm aber nur seitlich der Kirche Platz. Den Entwurf liefert Curt Steinberg, der auch den Wiederaufbau überwachen wird. Er entscheidet sich für eine andere Lösung. Indem er die Länge des erhalten gebliebenen Kirchenraumes um eine Fensterachse verkürzt, schafft er Raum für einen Turmschacht, der in Ziegelbauweise aufgemauert wird. Die Aufmauerung erfolgt in drei, sich nach oben hin verjüngenden Turmstufen, den Orgelraum im ersten, die Uhrenstube im zweiten und den Glockenraum im dritten Obergeschoss. Die Feldsteinmauer im Westen, die er zuvor hatte vollständig abtragen lassen, wird jetzt wieder in mittelalterlicher Manier bis zur Traufhöhe hochgezogen. In ihrer Mitte entsteht das neue, rundbogige Kirchenportal. Und an die Stelle des zerstörten Satteldaches setzt Steinberg ein steil nach oben strebendes Walmdach, durch dessen Konstruktion das Kirchenschiff eine stattliche Höhe erreicht. Als Abschluss nach oben wählt er eine raumgreifende, aus Holz gebaute Tonnendecke. Sie lagert auf einem profilierten Kämpfergesims und spannt sich über den gesamten Kircheninnenraum. Im Chor- bzw. Altarraum wölbt sie sich als Konche über den Kanzelaltar. Zwei Querbalken, die durch geschnitzte Hängesäulen mit der Decke verbunden und am Kämpfergesims verzapft sind, unterbrechen die Raumhöhe. Optisch geben sie dem Kirchenschiff eine Dreigliederung.

Durch jeweils drei große Rundbogenfenster auf den Längsseiten des Raumes fällt Tageslicht in das Kirchenschiff, die bis Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts übrigens einzige Lichtquelle. Der Fußboden ist mit einfachen Ziegeln gepflastert. Das Kirchengestühl beidseitig eines Mittelganges bietet Platz für 108 Personen.

Das Bemerkenswerteste an der Dorfkirche Steffenshagen ist allerdings die einheitliche und bis heute unverändert gebliebene Innengestaltung von 1921/ 22. An den Kirchenmaler Robert Sandfort war der Auftrag zur Gestaltung und Ausmalung ergangen. Als Form gebendes Element wählte er den Akanthus, ein historisierendes Bildmotiv, das sich überall wiederholt. Am Kanzelaltar, dem Patronatsgestühl, der Taufe, an der Orgelempore und dem Orgelprospekt. Vor allem entfaltet sich diese Motiv in geradezu barocker Opulenz an der Tonnendecke. Auf rotem Grund rankt sich das in Weiß und Grau ausgeführte Akanthusmotiv baumartig von unten nach oben und zu den Seiten hin. In gleichmäßig rhythmischen Schwingungen überspannt es die gesamte Decke wie ein schützendes Dach. Und aus den Ranken sprießen Blüten und Fruchtstände. Keine Blüte, keine Frucht gleicht der anderen. An keiner Stelle erkennt man die Zuhilfenahme von Schablonen, alle Malerarbeiten sind aus freier Hand ausgeführt. Eine erstaunliche Leistung. Allein die Holztonnendecke misst ca. 158 Quadratmeter. Robert Sandfort ist hier ein wahres Meisterstück gelungen. Übrigens das Einzige dieser Art, obwohl Sandfort in Brandenburg und auch andernorts ein vielbeschäftigter Kirchenmaler war. In Erstaunen versetzt die Feststellung, dass die Steffenshagener Kirche seit ihrer Einweihung im Jahre 1922 weder baulich noch gestalterisch verändert worden ist, sich also bis ins Detail im Originalzustand präsentiert. Die vollständig erhalten gebliebenen Bauunterlagen und Endabrechnungen geben Auskunft über alle Gewerke, die am Wiederaufbau beteiligt waren. Für restauratorische Maßnahmen wichtige Hinweise, und aus denkmalpflegerischer Sicht gewiss ein Glücksfall. Andererseits haben die vergangenen 90 Jahre deutliche Spuren des Alterns hinterlassen. Die einmanualige, mit 5 Registern ausgestattete Orgel, opus 100 der Firma Schuke, Potsdam, ist seit Jahrzehnten nicht mehr bespielbar und bedarf einer kostenintensiven Reparatur, wenn sie für die Zukunft gerettet werden soll. Auch an der Bausubstanz selbst müssen notwendige Reparaturen vorgenommen werden. Dringender Handlungsbedarf besteht weiterhin bei der Bekämpfung des Holzwurms, der auch das „Flagschiff“ der Kirche, die Tonnendecke, gefährdet.

Die für einen Erhalt der Kirche notwendigen Maßnahmen kann die Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln jedoch nicht finanzieren. Deshalb wird sie auf Fremdfördermittel und Spenden angewiesen sein. Wie andere Orte im Umkreis ist auch die Kirchengemeinde Steffenshagen dem Kirchsprengel der Stadt Pritzwalk zugeordnet, und Gottesdienste finden in der Dorfkirche nur noch gelegentlich statt. Der Heimatverein Steffenshagen hat sich deshalb verpflichtet, dieses dörfliche Kleinod zu schützen und mit Leben zu füllen. Er hat damit begonnen, dieses Baudenkmal in das soziale und gesellschaftliche Gemeindeleben Steffenshagens zu integrieren. Er öffnet die Kirche als Begegnungsstätte für besondere Anlässe, wohin Besucher auch von außerhalb zu kulturellen Veranstaltungen eingeladen werden können.

Text: Udo Piekarek

Steffenshagen
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